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Wissenswert
Neue Chancen im Internet nutzen
Der Name „Web2.0“ ist momentan in aller Munde. Gerade für Handwerkskammern finden sich dafür spannende Einsatzmöglichkeiten.
Web2.0 bedeutet, dem Besucher der eigenen Internetseite nicht mehr nur Inhalt vorzusetzen, sondern seine Mitarbeit aktiv anzuregen und zu nutzen. So werden aus den ehemals passiven Konsumenten aktive Gestalter und Produzenten. Dazu gibt es zahlreiche Methoden, von denen die bekanntesten Blog, Wiki, Podcast und Lokalisierung heißen. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Ansätze, die Nutzer in das Gestalten der Seiten einzubeziehen und ihr Interesse an den Inhalten dauerhaft zu fördern.
Gerade bei den Handwerkskammern ist diese Beteiligung auch immer an gewisse Rahmenbedingungen geknüpft. Eine unkontrollierte Mitarbeit Außenstehender an der eigenen Internetseite ist nicht ratsam und erhöht den Aufwand bei der Pflege. Dennoch können bestimmte Mittel des Web2.0 auch die Online-Aktivitäten der HWKs bereichern.
Blogs - Mehr als nur ein Tagebuch
Nehmen wir das Beispiel Blog. Das ist ein Web-Tagebuch, in dem chronologisch Einträge zu einem bestimmten Thema veröffentlicht und kommentiert werden. Neben der einfachen Integration ist hier vor allem die gewonnene Aktualität wertvoll. Findet sich ein Thema, zu dem regelmäßig Beiträge geschrieben werden können, bindet man damit Interessenten längerfristig an die eigene Seite. Um Wildwuchs vorzubeugen, können Kommentarfunktionen abgeschaltet oder kontrolliert werden. So schaffen Sie mit wenig Aufwand viel Nutzen für die Besucher: Aktualität und Themenrelevanz. Denkbar ist hier eine Schilderung eines Handwerkers, der authentisch über seinen Arbeitsablauf berichtet und damit eine Sensibilität für die zu meisternden Aufgaben schafft.
Wiki – Wissen gezielt sammeln
Ähnlich verhält es sich bei einem Wiki. Dieses Kunstwort beschreibt eine Art nutzergestaltetes Lexikon, das von der Mitarbeit zahlreicher Menschen lebt. Effektiv eingesetzt kann es mehrere Funktionen einer Webseite ergänzen. Internes Wissensmanagement ist hier ein Beispiel. Beiträge zu einem Thema werden zunächst in einem für Besucher unsichtbaren Bereich der Internetseite zusammengetragen und durch verschiedene Kompetenzen ergänzt. Eine spätere Veröffentlichung gewonnener Erkenntnisse auf der Internetseite ist problemlos möglich.
Sowohl Blogs als auch Wikis leben von der glaubwürdigen Integration in das eigene Selbstverständnis. Dort, wo vorher nur wenige Redakteure Einfluss auf die Inhalte der Internetseite genommen haben, existieren jetzt Anregungen von außen, denen Beachtung geschenkt werden möchte. Nutzt man diese Möglichkeiten und reagiert besonnen auf Vorschläge und Kritik der Zielgruppe erhält man die Chance zur Optimierung des eigenen Angebots. Gerade moderne Redaktions- bzw. Content-Management-System erlauben eine schnelle und unkomplizierte Erprobung solcher Beteiligungsmechanismen.
Podcast – Live auf Abruf
Dasselbe gilt auch für so genannte Podcasts. Hierunter verbergen sich Episoden, die per Audio oder Video über bestimmte Themen informieren. Bekannt geworden ist diese Art des „Abonnement-Radio“ durch den Podcast der Bundeskanzlerin. Wöchentlich erläutert sie aktuelle Themen der Politik und erreicht damit eine technisch aufgeschlossene Zielgruppe. Ob am Rechner oder unterwegs mit Hilfe eines MP3-Players – der größte Kundennutzen ist die zeitliche Ungebundenheit. Auf diesem Weg lassen sich auch Schulungen durchführen, die davon leben, dass nicht jeder Teilnehmer zwingend vor Ort anwesend sein muss.
Lokalisierung – Verknüpfung von Information und Standort
Daneben steckt in dem Begriff Web2.0 aber auch eine Fokussierung auf regionale Interessen und Serviceangebote. Hier liegt vielleicht das größte Potential für Handwerkskammern und –verbände. Handwerkersuche, Betriebebörse, Weiterbildungsangebot – alle Angebote leben von ihrem regionalen Bezug. Web 2.0 hilft auch hier, diese Services noch attraktiver zu gestalten.
Als erstes wäre hier die Darstellung angezeigter Ergebnisse zu nennen. Statt einem mageren Profil eines Handwerksbetriebes bietet eine Darstellung des Betriebsortes in einer interaktiven Karte zahlreiche Vorteile: Der Besucher erkennt auf Anhieb Lage und Verkehrsanbindung des gewählten Betriebes und kann sich direkt eine Route zum gewünschten Ort berechnen lassen. Darüber hinaus lässt sich natürlich auch eine Bewertungsfunktion an die Börsen oder Suchen koppeln. So sehen zukünftige Kunden direkt, welcher Service sie erwartet und was dieser kostet.
Vor- und Nachteile
Solch eine Transparenz ist gleichzeitig Vor- und Nachteil des „Mitmach-Web“, wie das Web2.0 auch gern genannt wird. Neben einer Verantwortung der Nutzer ist auch eine Kontrolle der Inhalte – vor allem zum Anfang – nötig. Ist diese Hürde aber erstmal genommen, wird der eigene Service umso wertvoller, die eigene Kompetenz umso deutlicher. Das werden nicht nur Ihre Nutzer bemerken, auch Suchmaschinen erkennen die höhere Relevanz und steigern Ihre Zugriffszahlen nachhaltig.
Indem Sie Methoden der Beteiligung bei Ihrer Internetseite integrieren, nutzen Sie die Chancen des Web2.0 auch bei sich: Handwerk 2.0 sozusagen.

